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Projekte

Telepräsenz lernen (LEADER / LaS)

„Telepräsenz lernen“ – Chance für Bildung und Medienkompetenz im ländlichen Raum

LAG Elbe-Elster begleitet zwei Pilotvorhaben unter LEADER und „Land(auf)Schwung“

Unterstützt mit EU-Fördermitteln aus dem LEADER-Programm hat die LAG Elbe-Elster zwischen 2013 und 2015 ein bundesweit bislang einzigartiges Modellvorhaben zur Einführung von „Telepräsenz lernen“ an 13 Grundschulen in der Region umgesetzt. Ziel war und ist es, neue Formen des Lehrens und Lernens im ländlichen Raum – unterstützt durch den Einsatz neuer Medien und Formate – einzuführen und zu etablieren.

Was meint „Telepräsenz lernen“? Beim „Telepräsenz lernen“ in und zwischen Schulen in der Region Elbe-Elster werden der Unterricht oder Teile der Unterrichtsstunde mittels Bild und Ton unter Einsatz moderner IT-Systeme von einer Schule zur anderen übertragen. Das Lernen selbst bleibt ein sozialer Prozess des Miteinanders – real und virtuell. Die Anwendungen im schulischen und außerschulischen Kontext fördern die Interaktion der Lernenden und Lehrenden. Lerninhalte werden vielgestaltiger und aktueller vermittelt und interaktiv aufgenommen.

Im Bundes-Modellvorhaben „Land(auf)Schwung“ in der Modellregion Elbe-Elster werden die Entwicklungen seit Herbst 2016 bis Mitte 2018 fortgeführt. Die moderne Medientechnik in den Schulen soll für außerschulische Anwendungen und Adressaten geöffnet werden. Kleine Schulen auf dem Land werden zu Orten der Wissensaneignung für Jung und Alt. Vorteile daraus sind kürzere Wege zum Teilnehmen (können) für die älter werdende Bevölkerung im Nahbereich und neue oder erweiterte Kompetenzen der Einwohner zum Anwenden (können) neuer Medien im alltäglichen Leben.


Das Modellvorhaben unter LEADER-Projekt 2013 bis 2015

„Einführung von Telepräsenz lernen an Schulen im Gebiet der LAG Elbe-Elster“

Nach mehrjähriger Vorbereitung mit Kommunen, Ministerien aus Bildung und Ländlicher Entwicklung, Staatlichem Schulamt und der Förderstelle hat die LAG Elbe-Elster unter dem Titel „Einführung von Telepräsenz lernen an ländlichen Grundschulen im LAG-Gebiet“ das aus zwei Phasen bestehende Modellvorhaben umgesetzt. Beim Vorbereiten mussten Anforderungen bearbeitet werden, die u.a. Bestätigungen durch Schulkonferenzen, Elternvertretungen und Gremien der Schulträger (Kommunen) beinhalteten.

Beteiligt waren und sind Grundschulen in Sonnewalde, Hirschfeld, Hohenbucko, Finsterwalde-Nehesdorf, Rückersdorf, Wahrenbrück, Doberlug-Kirchhain, Falkenberg/Elster, die Grund- und Oberschule in Schlieben, das Grundschulzentrum „Robert-Reiss“ Bad Liebenwerda und die Grundschule „Stadtmitte“ in Finsterwalde im Landkreis Elbe-Elster. Aus dem Amt Ortrand im Landkreis Oberspreewald-Lausitz arbeiten die Oberschule mit integrierter Grundschule (Europaschule) in Ortrand und die Grundschule Großkmehlen mit.

Phasen im LEADER-Modellvorhaben:

  • Teil 1 – Analyse, Anwendungsszenarien, Qualifizierung, Transfer
  • Teil 2 – Investitionen (IT-Technik, Ausstattung, bauliche Maßnahmen)

Umgesetzt wurden 764.000 Euro Investitionen, unterstützt mit 587.000 Euro EU-Förderung des LEADER-Programms.

Projektphase 1 – Konzept, Qualifizierung, Transfer

Die Phase 1 wurde zwischen Mai 2013 und November 2014 umgesetzt. Diese bestand zunächst in einer nicht-investiven Unterstützung des inhaltlich-organisatorischen und technischen Konzepts. Dazu wurden Ist-Analysen an allen beteiligten Grundschulen durchgeführt, Beispiele aus anderen Regionen Europas bewertet und Anwendungsszenarien für die schulische Praxis entwickelt. Hierzu haben Vertreter der Schulen, unterstützt durch wissenschaftliche Experten und Fachvertreter, praxisrelevante Szenarien für Anwendungen im ländlichen Raum Elbe-Elster erarbeitet. Die beteiligten Schulen unterscheiden sich in ihren Problemlagen und Bedingungen, etwa beim Vergleich der Schulen in kleinen Orten mit weniger Lehrpersonal und der Stadt Finsterwalde. Dieses Vorgehen war Voraussetzung für die Akzeptanz der Anwendungen, die später im Unterricht genutzt werden sollen.

Anwendungsszenarien:    

  • ergänzender Fachunterricht sowie schulübergreifende Fachvertretung bei Erkrankung von Fachlehrern
  • Teilhabe von Schülern, die zeitweise nicht persönlich am Unterricht teilnehmen können (Kur, Krankheit)
  • schulübergreifende Fachkonferenzen und Lehrer-Fortbildungen, auch um längere Fahrtzeiten und Ausfall von (Fach-)Unterricht in den Schulen zu minimieren.

Belange des Datenschutzes wurden mit den Landesdatenschützern geklärt und Anforderungen an Lernplattformen sowie Videokonferenzsysteme bestimmt. Im Ergebnis lagen Aussagen zur Systemarchitektur (IT-Hardware) und alternative Betriebskonzepte vor. Phase 1 umfasste das erste Heranführen und Qualifizieren von Pädagogen und Pädagoginnen an den Schulen. Die „Breite“ der Lehrenden für die Anwendungen zu erreichen, bleibt zukünftig eine Herausforderung.

Projektphase 2 – technische Investitionen

Phase 2 wurde zwischen Mai 2014 und März 2015 umgesetzt. Dazu erfolgten parallel Ausschreibungen zu elf, teils europaweiten Vergabeverfahren (EU-VOL, VOB) zu Medientechnik, Bauleistungen und nutzergerechter Ausstattung.

Mit den Baumaßnahmen verbesserte sich die Nachhallzeit und der Trittschall in den Räumen, ergänzt durch Verdunkelungen. Die Schulträger haben notwendige Leistungen für Elektrik und Malerarbeiten in Eigenleistung umgesetzt. Mit der Installation moderner IT-Technik wurden WLAN-Systeme in Klassenraum bzw. Lehrerzimmer, interaktive White-Boards, Projektionsflächen und Nahbereichs-Beamer, Notebook, Mikrofon, Kamera (Lehrer) sowie je Schule ein Satz von mindestens 24 Tablet-PC samt Headset (Schüler) beschafft und installiert. Eingerichtet wurden Softwarepakete für die Lernplattform, das Videokonferenzsystem, für Lehrer-Notebook und Schüler-Tablets. Um die Räume nutzerfreundlich auszustatten, wurden die Investitionen um neues Mobiliar je Schule bzw. Raum ergänzt.

Die inhaltlichen Aktivitäten aus Phase 1 und die investiven Maßnahmen in Phase 2 wurden zeitlich übergreifend umgesetzt und wissenschaftlich begleitet. Die Ergebnisse sind im Transferbericht aufbereitet, der den beteiligten Schulen, wie auch interessierten Schulen in der Region zur Verfügung steht. Das mit LEADER-Mitteln unterstützte Modellvorhaben endete offiziell im Frühjahr 2015. Damit waren die Investitionen und das Einrichten der IT-Systeme durch EDV-Verantwortliche der Schulen bzw. Schulträger abgeschlossen.

Nachhaltigkeit des Modellvorhabens

Mit dem Projekt hat die LAG Elbe-Elster neuartige Entwicklungen angestoßen, die nachhaltig in der Region wirken (sollen):

  • Ergänzung um praktikable, auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten ländlicher Schulen angepasster Angebote zum bestehenden Schulangebot
  • Förderung der Medienbildung und Medienkompetenz von Schülern und Lehrern
  • erweiterbare Angebote für künftige Zielgruppen (Erwachsene, Inklusion, Begabte)
  • Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Schulen und Schulträgern (Lernnetzwerke)
  • übertragbare Entwicklungen auf andere Einrichtungen und Regionen (Transfer)
  • multifunktional nutzbare Kommunikationsinfrastrukturen vor Ort (Mehrfachnutzung)

Das Modellvorhaben hat neue Chancen für Entwicklungen in Elbe-Elster eröffnet.


Weiterentwicklung im Modellvorhaben „Land(auf)Schwung“ 2016 bis 2018

„Nachhaltige Entwicklung der Telepräsenz-Standorten zu Lernorten der schulischen und außerschulischen Bildung und Wissensaneignung“

Im Schwerpunkt „Nachhaltige Bildung und Medienkompetenz außerhalb der zentralen Orte“ nutzt die LAG Elbe-Elster seit Herbst 2016 bis Mitte 2018 das Modellvorhaben „Land(auf)Schwung“ des Bundes. Auf den Entwicklungen unter LEADER aufbauend, wurde ein Projekt beantragt und bewilligt, welches die Medienkompetenz im schulischen und auch außerschulischen Kontext unterstützt. Die beteiligten Schulen sollen im Sinne von „Referenzorten der Medienbildung“ auch für Anwender außerhalb des formalen Unterrichts geöffnet werden. Adressaten sind Kinder im Vorschulalter und deren Erzieher/innen, Schulkinder am Nachmittag im Ganztagsbetrieb sowie Senioren und Erwachsene. Für Letztere ist die Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Elbe-Elster / „Seniorenakademie vor Ort“ geplant, die für Senioren unter „Land(auf)Schwung“ ein Lehrprogramm für Medienkompetenz entwickelt hat und dabei Ehrenamtliche als Mittler einbindet. Im Modellvorhaben wurden messbare Ziele bestimmt, die mit dem Projekt angestrebt werden. Die Entwicklungen sollen den Zugang der Einwohner in ländlichen Orten zu modernen Angeboten lebensweltlicher Bildung verbessern und die Medienkompetenz bei Jung und Alt befördern. Dazu werden bestehende Infrastrukturen „geöffnet“ und multifunktional genutzt. Auch das Miteinander über Generationen hinweg wird so angeregt.

Erste Ergebnisse zeigen das große Potenzial modellhafter Aktivitäten und auch das Interesse von Jung und Alt hierbei. So begeisterten im Februar 2017 die Medienprojekttage „Tablet-Labor“ an der Grundschule in Hirschfeld nicht nur die Kinder, sondern auch Lehrende und Eltern.

Bausteine im Modellvorhaben „Land(auf)Schwung“:

  • bedarfsgerechtes Aufwerten der infrastrukturellen Voraussetzungen für den leistungsfähigen Medieneinsatz als Lern-, Kommunikations- und Gestaltwerkzeuge in den / außerhalb der Schulen mit Analyse und technischer Qualifizierung
  • Durchführen von Qualifikationen (Technik, Software, Medienpädagogik) für schulisch und außerschulisch Lehrende mit engagierten Lehrern und Externen
  • übergreifende Koordination der technischen und pädagogischen Implementierung (Systemwartung, Wissenstransfer) mit Einbindung der IT-Betreuer, Lehrenden und Unterstützer
  • Aktivierung der Lehrerschaft und externer Dozenten über die Vermittlung digitaler Anwendungen (Apps), Hospitationen und externe Beiträge
  • regionaler und überregionaler Erfahrungstransfer
  • Projekttage zur Verknüpfung von Medienbildung und lebensweltlichen Themen der Altersgruppen (Kinder, Lehrende, Erzieher, auch Eltern)
  • Projektsteuerung zur Umsetzung von Vergabeverfahren und Kommunikation

 

Wir berichten über künftige Entwicklungen.

(Fotos: Schüler testen die neuen Medien; Foto F. Dorn sowie Qualifizierung der Lehrenden, Abstimmungen zur regionalen Koordination und feierlicher Abschluss der Investitionen in Schlieben, Fotos Wude, Guntermann)